In diesem Beitrag erklären wir, wie sich die beiden Bauweisen unterscheiden, welche Vor- und Nachteile sie bieten und worauf Sie bei Altbau und Neubau achten sollten – inklusive hilfreicher Antworten auf häufige Fragen.
Was ist ein einschaliges Mauerwerk?
Ein einschaliges Mauerwerk besteht aus einer durchgehenden Wand – z. B. aus Ziegeln, Porenbeton, Kalksandstein oder Beton. Diese massive Wand übernimmt Tragfunktion, Wetterschutz und Wärmeschutz gleichzeitig.
Das einschalige Mauerwerk findet typischerweise im Neubau Anwendung – etwa als einschalige Wand mit integrierter Dämmung oder in Verbindung mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS).
Vorteile:
- Nur ein Bauteil – schnellerer Bauablauf
- Geringerer Materialeinsatz
- Weniger Hohlräume, geringeres Feuchtrisiko
- Kombinierbar mit moderner Außendämmung
Nachteile:
- Weniger flexibel bei der energetischen Nachrüstung
- Dämmwirkung oft schlechter als bei optimal gedämmtem zweischaligem Mauerwerk
- Außenputz als Wetterschutz anfälliger als Klinker
Was ist ein zweischaliges Mauerwerk?
Ein zweischaliges Mauerwerk besteht aus zwei Mauerschalen – der tragenden Hintermauer (innen) und der Wetterschale (außen), häufig als Klinkerfassade ausgeführt. Zwischen beiden befindet sich eine Luftschicht, die optional gedämmt ist.
Diese Bauweise war vor allem im Altbau ab den 1950er Jahren weit verbreitet, gewinnt aber auch im hochwertigen Neubau wieder an Bedeutung.
Vorteile:
- Sehr guter Witterungsschutz durch die Klinkerschale
- Möglichkeit zur nachträglichen Kerndämmung über Einblasverfahren
- Wartungsarm durch langlebige Außenhaut
- Schallschutz und Feuchtepuffer
Nachteile:
- Höherer Material- und Arbeitsaufwand
- Potenziell feuchteanfällig bei fehlender oder schadhafter Dämmung
- Erhöhter Planungsaufwand bei Sanierung
Vergleich: Einschalig vs. Zweischalig – was sind die Unterschiede?
| Merkmal |
Einschalig |
Zweischalig |
| Aufbau |
1 Wandschale |
2 Wandschalen + Luftschicht |
| Dämmung |
Innen integriert oder außen angebracht |
In der Luftschicht (Hohlschichtdämmung) |
| Wetterschutz |
Außenputz |
Klinkerfassade |
| Schallschutz |
Abhängig vom Material |
Sehr gut durch zwei Schalen |
| Nachträgliche Dämmung |
Aufwändig (z. B. WDVS) |
Einfach über Einblasdämmung möglich |
| Typisch bei |
Neubauten, Massivbau |
Altbauten ab ca. 1950, hochwertige Neubauten |
Häufige Fragen
Woher weiß ich, ob ich ein zweischaliges Mauerwerk habe?
Ein Blick auf den Wandaufbau kann hier Aufschluss geben. Wenn außen eine Klinkerfassade sichtbar ist und innen eine separate tragende Wand vorhanden ist, deutet dies auf ein zweischaliges Mauerwerk hin. Durch eine Endoskopie, die von einem Fachbetrieb durchgeführt wird, oder eine Bauzeichnung kann eine sichere Einschätzung vorgenommen werden.
Was sind typische einschalige Wände?
Einschalige Wände sind eine häufige Konstruktionsweise bei Neubauten ab den 2000er Jahren. Sie bestehen meist aus Hochlochziegeln, Porenbeton oder Kalksandstein mit außenliegender Wärmedämmung oder innenliegender Dämmung.
Ist eine Klinkerfassade immer zweischalig?
Nein – eine Klinkerfassade kann, muss aber nicht zweischalig sein. Bei verblendeten Fassaden ist die Klinkerschicht oft direkt auf das tragende Mauerwerk aufgebracht. Nur bei einer luftdurchströmten Trennung liegt ein echtes zweischaliges Mauerwerk vor.
Fazit: Welche Bauweise ist besser?
Ob einschaliges oder zweischaliges Mauerwerk besser ist, hängt vom Einsatzzweck, der Bauweise und dem Dämmziel ab. Zweischalige Außenwände bieten Vorteile bei Witterungsschutz und Schallschutz, vor allem, wenn sie mit moderner Hohlschichtdämmung aufgewertet werden. Einschalige Wände sind im Neubau dagegen kosteneffizient und gut kombinierbar mit modernen Dämmstoffen.
Wenn Sie herausfinden möchten, welchen Wandaufbau Ihr Gebäude hat und ob eine Einblasdämmung infrage kommt, beraten wir Sie gerne vor Ort.
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